Entries tagged as ausfall
Thursday, August 28. 2008
Haarkatastrophe
Nach der Geburt fing es erst an mit dem Ausfall der Haare. Hormonumstellung. Damit konnte ich noch umgehen. Die Haare sahen noch passabel aus. Dann aber wurde es Dank Tochter schlimmer. Ich hätte beim besten Willen nicht angenommen, dass es so kommen kann. Beim besten Willen nicht. Wie kommt man dazu anzunehmen, dass einem ein Baby die Haare vom Kopf wirklich ausreißen kann. Die Haare zusammengesteckt und schon passiert das nicht. So dachte ich mir jedenfalls. Aber inzwischen weiß ich, dass sie einfach nur feste zupacken, sie im Bündel aus dem Haarzopf ziehen und ganz oder halb rausreißen kann. Deswegen sieht mein Schopf auch aus wie ja wie nur...wie halb aufgegessene Zuckerwatte. Haarbüschel, die weil sie zu kurz für den Zopf geworden sind einfach abstehen. Die nächsten Tage bin ich beim Friseur und dann kommt viel des Wischmops ab. Wie viel genau bleibt noch abzuwarten. Eines ist aber sicher. Die Schmerzen werden aufhören.
Tuesday, August 26. 2008
Breikost
Gestern und heute kam ich nicht dazu dem Kind Brei anzubieten. Ich finde es jetzt aber nicht so schlimm, da auszusetzen, weil ihr da nun nichts fehlt. Sie verhungert mir ja nicht.
Sunday, July 29. 2007
Das Haus der Temperamente
Heute Abend 18 Uhr wollten Thomas und ich eigentlich in ein Theaterstück gehen, welches im Stadtschloss Moabit aufgeführt wird.
Wir waren pünktlich da, gingen rein, wollten schon fragen, wo genau das denn stattfindet. Denn die Räumlichkeit sah nicht nach einer Theaterbühne, denn mehr nach einer Kantine aus. Wurden aber sogleich aufgeklärt, dass wegen Regen bereits das dritte Mal in Folge das Schauspiel ausfiele. So erfuhr ich, dass das Stück draußen hätte aufgeführt werden sollen. Die nette Dame hinterm Tresen bot uns kostenlose Getränke an, für die Mühe, die uns beim herkommen entstanden war. Dazu sei gesagt, das Stück selbst war auch kostenlos, nur Spenden seien willkommen. Auch eine Postkarte mit Zusatzvorstellungen für dieses Stück im Stadtschloss wurde verteilt.
Man war dort sehr bemüht die Anwesenden Gäste nicht zu verärgern, weil sie umsonst gekommen waren. Leute gingen rum und baten den Gästen auch Bier, Brot und Kuchen kostenlos an. Nun denn, nach einem Kaffee für Thomas und mich, machten wir uns nach zehn Minunten auf. Just als sich eine junge Frau zum Klavier spielen setzte. Ich hätte noch gerne gelauscht, aber Thomas ist da anders gepolt.
Schade war es aber nicht, dort bei Regen hingegangen zu sein. Sonst hätten wir nichts von den Zusatzvorstellungen erfahren. Diese sind am 31.08. und 01.09. jeweils um 20 Uhr. Für mich wäre heute sonst die vermeintlich letzte Vorführung des Stückes nach Johann Nestroy gewesen.
"In dem Spiel geht es um Familien, die alle einem Temperament zugeordnet
sind: die Choleriker, die Phlegmatiker, die Sanguiniker und die
Melancholiker. Die Komik entsteht durch die einseitige Darstellung und
Überzeichnung der Temperamente. Sie leben alle zusammen in einem Haus..
Dies Haus wollen wir noch bauen. Die Familien bestehen jeweils aus
einem Vater, einer Tochter, einem Sohn und einem Dienstmädchen. Die
Töchter sind den väterlichen Jugendfreunden versprochen und sollen bei
deren Besuch mit ihnen verlobt werden. Doch im Geheimen gibt es eine
Liebesgeschichte zwischen den Söhnen und Töchtern des Hauses. Ein
eingebildeter Schuhputzer und ein eifersüchtiger Barbier spinnen ihre
Intrigen zwischen den Familien."
Friday, December 29. 2006
Weihnachten
Weihnachten wurde das erste mal in meinem Leben in meinen eigenen vier Wänden gefeiert...
...meine Schwiegerfamilie hatte sich in den Kopf gesetzt bei uns zu
sein, wenn wir es schon im Dezember nicht schaffen sollten, uns zu
Weihnachten in Münster zu vereinen. Mir war die Idee etwas suspekt,
hatte auch ein wenig bammel davor, dass ich die Verantwortung für die
Festlichkeit haben würde.
Ich
hatte es nicht in meinem Bewusstsein verankert, dass keiner von mir ein
Fest erwartete. Nur Helena hatte den Wunsch geäußert, mal einen
richtigen Baum zum Fest zu haben, was ich ihr auch drei bis vier Wochen
vor Heiligabend versprach. Dabei liegt mir selbst ja eher weniger an
christlichen Riten, durch meine muslimische Erziehung.
Sonst gab
es seit mehreren Jahren nur einen wenig geschmückten vielleicht
kniehohe Plastiktanne, die immer wieder entstaubt ausgepackt wurde,
wenn die Uedings bei Mama Ueding zusammen trafen. Aber auch ich
trumpfte nur mit einem Plastikbaum auf, weil mir das alles zu aufwendig
war, einen lebendigen Baum zu besorgen. Das enttäuschte Gesicht Helenas
war ja eher aufgesetzt, aber weiß man das wirklich?
Auch streßte
mich meine Erkältung sehr. Keinen außer meinem Mann, mit dem ich alles
besprechen kann, war es wichtig, mir einfach mal gute Besserung zu
wünschen. Ich fand das sehr ignorant und zog mich daran auf. Dabei
erinnerte ich mich an den Vorfall, dass mich Anna nicht ernst nahm, als
ich im November meine Erkältung hatte.
Natürlich tat mir das
seelisch weniger gut, mich so hineinzusteigern. Das Aufziehen machte
sich darin bemerkbar, dass ich mich über das Singen ärgerte, über ihre
Fröhlichkeit, Dinge falsch interpretierte. Weil wir so verschiedenes
Temperament haben. Besser gesagt, die haben null und ich hundert
Prozent davon.
Bis auf einen Vorfall, ertrug ich auch alles stillschweigend bis...
Meinem
Ärgernis machte ich in der Form Luft, dass ich laut kreischend
aufsprang, als es darum ging, die Regeln für das Mensch ärgere Dich
nicht festzulegen. Ich fühlte mich hintergangen von Helena, die erst
bei einer demokratischen Wahl (es ging um das Überspringen im Heimfeld)
auf meiner Seite schien, dass aber nur aus Höflichkeit wie sie später
meinte, weil sie es als ungerecht empfand, dass ich mit Anna allein
stand mit meiner Meinung zu überspringen...naja ich kreischte Helena
an, dass ich sehr sauer sei und Helena die Cola ins Gesicht schütten
könnte. Ich verlies das Zimmer fluchtartig, setzte mich in die Küche,
mein Mann kam um mich zu beruhigen, nahm das erst nicht so ernst und
erst als eine Sekunde später die Cola in seinem Gesicht landete, war
klar, dass ich sehr aufgebracht sein musste. Ich wischte die Cola auf,
währenddessen kam Helena wollte mich umarmen, aber ich sagte nur noch
im aufgelösten Zustand, sie solle mich lassen, ich sei gereizt. Dann
fluchtartig in mein Zimmer schloß die Tür ab, da kam Thomas um sich
umzuziehen, ihm öffnete ich die Tür, war er doch überall nass geworden,
nicht nur im Gesicht.
Er sprach beruhigend auf mich ein, ich
wollte mich vor den anderen drücken und eigentlich zum Sport, aber
Thomas meinte das käme nicht in Frage, ich sollte mich entschuldigen
und mich zum Spiel hinzusetzen. Das hat ich auch. Entschuldigte mich
kleinlaut und die anderen taten so als sei nichts passiert.
Hoffentlich
lerne ich meine Mitmenschen doch etwas besser kennen und akzeptiere sie
so wie sie sind, weil sie auch mich so nehmen wie ich bin. Mein Mann
muss schließlich auch mit meiner Familie auskommen.
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